Düfte in der Krebstherapie?

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Für Tumorpatienten bringt Geruchsforscher Prof. Hanns Hatt Erkenntnisse ans Licht, die in Zukunft ganz neue Wege zeigen können.

Die Haut kann schnuppern. Genauso wie Leber, Lunge und Darm. Schon gewußt? Die Duftrezeptoren stecken im gesamten Körper. Sogar in Krebszellen.

Die Duftrezeptoren, die in Geweben außerhalb der Nase liegen, haben mit dem normalen Riechen nichts zu tun. Sie nehmen chemische Reize wahr und können unter gewissen Umständen das Zellwachstum im Körper beeinflussen.

Krebszellen reagieren auf Düfte

Sogar in Tumorzellen sind, oft in großen Mengen, Duftrezeptoren vorhanden. Das ist eine Erkenntnis, die für die Krebsdiagnose von Bedeutung sein kann. Dies Duftrezeptoren können als Marker für Tumore und Metastasen dienen. Professor Hatt sieht Potenzial auch für die Krebstherapie, da gewisse Tumorarten gut von außen für Duftstoffe zugänglich seien. So zum Beispiel Blasen- und Darmkrebs.

Den Signalweg von Leberkrebszellen konnte bereits nachgewiesen werden. Ein spezielles Terpen – Citronellal in Zitrusölen – hemmt das Wachstum von Leberkrebszellen. Dies wurde in Labortests festgestellt. Rezeptor und Terpen passen zusammen wie Schloss und Schlüssel.

Neue Krebsmedikamente?

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse ist es das Ziel, für die Krebstherapie neue Medikamente mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln. Bis dahin ist es noch ein sehr weiter Weg. Bislang stammen die Daten nur aus Zellkulturen. Ob ätherische Öle dem Menschen bei schwerwiegenden Erkrankungen helfen können, ist und bleibt ein großer Forschungsgebiet. Nur am Duftstoff riechen, wird in der Krebstherapie nicht genügen, so Professor Hatt. Es müssen andere Wege gefunden werden, wie Duftstoff und -rezeptor zusammen funktioniern. Es ist beim Sandelholzduft bereits gelungen. Sandelholz fördert die Wundheilung. Es ist daher ein Ansatz für neue Medikamente.

Quelle: Kopffit Gedächtnistraining aus Ihrer Apotheke
September 2018