Krankheitsverlauf – Erster Teil

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Als ich Anfang März 2016 wegen Schweißausbrüchen bei den Mahlzeiten meinen Hausarzt aufsuchte, vermutete ich erst, dass es sich um die rechte Ohrspeicheldrüse handelt. Bereits 2011 wurde mir die linke Ohrspeicheldrüse wegen einem gutartigen Tumors entfernt.

Ich bin also nichts Böses ahnend zu meinem Hausarzt. Nach der Untersuchung der Mundhöhle sagte er mir, dass es sich um einen Tumor handele, ob gut- oder bösartig könne er nicht beurteilen. Er vereinbarte sofort einen Termin bei dem nächstgelegenen HNO. Ich bekam auch sofort einen für den nächsten Tag.


Bei dem HNO-Arzt handelte es sich um eine Ärztin. Nach der Untersuchung  stellte sie fest, dass es sich um ein Oropharynx-Karzinom handelte, welches schon stark fortgeschritten war. Die Ärztin meinte, dass es schon 5 vor 12 sei und ich hoffentlich gerade noch früh genug einen Arzt aufgesucht habe.

Sie machte sofort einen Termin im Klinikum Fulda aus, welches eine gute HNO-Klinik hat. Ich bekam einen Termin für den übernächsten Tag, das war der 10.03.2016, ein Donnerstag,  für eine Voruntersuchung. Bei dieser Untersuchung kam dasselbe heraus wie bei der HNO-Ärztin. Seitens der Klinik bekam ich einen Termin am Montag, den 14.03.2016, für einen stationären Aufenthalt. So hatte das ich noch Zeit, zuhause meine notwendigen Sachen zu packen.

HNO-Klinik Fulda

Ich rückte also am 14. März 2016 in die Klinik ein, schwer bepackt. Denn ich wusste nicht, wie lange ich bleiben musste. Da Fulda so etwa 100 km von meinem Wohnort entfernt liegt, habe ich auf Besuch von Angehörigen und Bekannten verzichtet, deshalb hatte ich genug Wäsche zum Wechseln dabei. Ich wollte aber auch mehr oder weniger meine Ruhe haben.

Der erste Tag in der Klinik ging mit MRT, Röntgen sowie Röntgen der Zähne relativ schnell vorbei. Am nächsten Tag wurde eine Panendoskopie (visuelle Begutachtung des Rachens mittels Spiegel) durchgeführt. Am nächsten Tag waren keine Untersuchungen vorgesehen, so dass ich etwas Zeit für mich hatte. Das CT folgte tags darauf. Aufnahmen wurden vom Thorax und Abdomen gemacht.

In der Woche darauf wurde mit mir das Ergebnis der Untersuchungen zusammen mit 3 (in Worten: drei) Ärzten besprochen. Das Ergebnis war, dass der Tumor nicht operiert werden kann. Er sei schon zu weit fortgeschritten und habe den Kieferknochen und einen Teil der hinteren Zunge angegriffen. Ich wurde dann am gleichen Tag zum Chef der Onkologie geschickt. Dieser hat mir dann das weitere Prozedere erklärt: Strahlentherapie über 7 Wochen (35 Arbeitstage) und jeweils an 2 mal 5 zusammenhängenden Tagen eine Chemotherapie. Fünf Chemotherapien am Anfang und fünf Chemotherapien am Ende der Strahlenbehandlung.

Ich wurde zur Strahlen- und Chemotherapie an eine Klinik in Heimatnähe verwiesen. In meinem Fall das Klinikum in Hanau (sehr gute onkologische Klinik). Es wurde dann ein kurzfristiger Temin in der dortigen Strahlenklinik (auch sehr gut) vereinbart, welcher aber noch ca. 2 1/2 Wochen in der Zukunft lag (6. April 2016).

Als nächstes wurde mir eine Gastro-Tube durch die Bauchdecke in den Magen eingesetzt, da durch die Bestrahlungen normales Essen nicht mehr möglich sei. Für die Chemotherapie wurde auf der rechten Seite ein Port eingepflanzt. Erleichtert den Anschluss der Infusionen. Als krönender Abschluss wurden mir alle Zähne gezogen, die eventuell irgendwann während der Strahlentherapie Zahnschmerzen verursachen könnten. Ich habe heute nur noch sechs Zähne im Unterkiefer. Im Oberkiefer sind keine mehr. Ich hätte am 26. März 2016 aus der Klinik entlassen werden können, jedoch musste ich eine Schulung über den Umgang mit der Gastro-Tube machen.

Die Schulung über die Pflege der Gastro-Tube und die Zufuhr der entsprechenden Sondennahrung fand am 30.03.2016 statt, weil die Person, die die Schulung durchführt, bis dahin in Urlaub sei. Jemand anders könne die Schulung nicht machen. So verbrachte ich die Osterfeiertage in der Klinik. Nebenbei: Die Schulung dauerte nur zwei Stunden. Alles was ich dort erfahren habe, hatten mir die Stationsschwestern schon erklärt und gezeigt. Diese durften mir jedoch keine Bescheinigung ausstellen. Es lebe die Bürokratie!

Ob das Essen geschmeckt hat, dazu kann ich nichts sagen, da ich von Anfang an nur pürierte Nahrung bekommen habe. Die jedoch war essbar. Jedenfalls gab es für normale Esser drei Gerichte zur Auswahl. Das Klinikum hat eine eigene Küche, welche das Essen zubereitet. Das ist auf jeden Fall positiv zu vermerken.

Nach 3 1/2 Wochen, am 30.März 2016, wurde ich vorerst nach Hause entlassen.

Wie es im Klinikum Hanau weiterging, schildere ich im zweiten Teil.

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